EPBD: Energieeffizienz im Bestand aktiv steuern

9. Juni 2026 | Christian König

Wie die Anforderungen der EU-Gebäuderichtlinie den Fokus auf Transparenz und datenbasierte Optimierungen legen

Schlechte Gebäude-Effizienzklassen, steigende CO₂-Kosten und strengere Nachweispflichten machen energetische Performance daher zur Managementaufgabe. Wer künftig belastbare Entscheidungen treffen will, muss Bestände langfristig dekarbonisieren und kurzfristig besser bewerten, priorisieren und steuern.

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Was ist die EPBD 2024?

Die Energy Performance of Buildings Directive, kurz EPBD, ist die europäische Gebäuderichtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. Sie verfolgt ein klares Ziel: Der Gebäudebestand in Europa soll bis 2050 emissionsfrei und vollständig dekarbonisiert sein.

Hier treffen hohe Einsparpotenziale auf komplexe technische, wirtschaftliche und organisatorische Herausforderungen. Künftig zählt deshalb stärker, wie viel Energie Gebäude tatsächlich verbrauchen und wie effizient Eigentümer und Betreiber sie im Alltag steuern. Die EU-Gebäuderichtlinie erweitert damit den Blick auf Immobilien: Neben baulichem Zustand, Gebäudehülle und Anlagentechnik rückt die reale Performance im Betrieb stärker in den Fokus.

Für Immobilienverantwortliche werden Daten damit zur Grundlage strategischer Bestandsentwicklung. Wer Energieverbräuche, CO₂-Emissionen und technische Betriebszustände systematisch erfasst, erkennt Risiken früher und kann gezielt dort ansetzen, wo Maßnahmen besonders wirksam sind.

EPBD: Umwandlung in nationales Recht

Wichtige Meilensteine

  • 2026: Umsetzung der EPBD in nationales Recht
    Mit der nationalen Umsetzung steigen die Anforderungen an Daten, Nachweise und strategische Bestandsplanung. Wer früh Verbrauchs- und Betriebsdaten erhebt, schafft die Grundlage für wirksame Maßnahmen.
  • 2030: Sinkender Primärenergieverbrauch im Wohngebäudebestand
    Der Primärenergieverbrauch im Wohngebäudebestand soll deutlich sinken. Gleichzeitig rücken strengere Standards für Neubauten und die Priorisierung energetisch schlechter Gebäude stärker in den Fokus.
  • 2033: Fokus auf die energetisch schlechtesten Nichtwohngebäude
    Die Anforderungen konzentrieren sich zunehmend auf jene Nichtwohngebäude, die energetisch besonders schlecht abschneiden.
  • 2050: Klimaneutralität im Gebäudesektor
    Bis 2050 soll der Gebäudesektor klimaneutral werden.

Was bedeutet die EPBD für Immobilienverantwortliche?

Die EPBD verändert vor allem, wie Immobilienverantwortliche ihre Bestände bewerten und steuern. Energieverbrauch und CO₂-Emissionen dienen künftig als zentrale Kennzahlen für Risiken, Kosten und Investitionsbedarfe.

Dafür müssen Eigentümer, Asset-Manager und Hausverwaltungen Gebäude und Anlagen vergleichbar machen. Nur dann erkennen sie, welche Objekte besonders hohe Verbräuche verursachen, welche Anlagen ineffizient laufen und wo Maßnahmen zuerst ansetzen sollten. Besonders wichtig sind sogenannte Worst Performer, also energetisch schlechte Gebäude mit hohen Betriebskosten, die zu regulatorischen Risiken und möglichem Wertverlust führen können. 

In vielen Beständen treiben aber vor allem ineffizient betriebene Anlagen den Energieverbrauch nach oben. Zu hohe Vorlauftemperaturen, ungünstige Heizkurven, fehlerhafte Pumpentaktungen oder falsch eingestellte Regelungsparameter verschlechtern die energetische Performance oft deutlich. Der Betrieb technischer Anlagen wird damit zur zentralen Stellschraube. Wer ihn sichtbar macht, kann schneller handeln und Effizienzpotenziale nutzen, bevor große bauliche Maßnahmen anstehen.

Immoconn: Energieeffizienz ohne bauliche Sanierung steigern

Immoconn unterstützt Immobilienverantwortliche dabei, heterogene Heizungsbestände sichtbar und steuerbar zu machen. Die Plattform analysiert Betriebsdaten zentral und schafft damit die Grundlage, um Energieeffizienz im Bestand aktiv zu verbessern.

Dadurch entsteht eine belastbare Steuerungsgrundlage für das gesamte Portfolio. Betreiber vergleichen Gebäude gezielt miteinander, erkennen auffällige Objekte schneller und priorisieren Optimierungen nach Dringlichkeit und Einsparpotenzial. Der Algorithmus macht Auffälligkeiten sichtbar, und fachkundige Immoconn-eigene Heizungsbaumeister leiten daraus Handlungsempfehlungen zur Betriebsoptimierung ab. So verbinden sich datenbasierte Analyse und praktische Anlagenexpertise.

Gerade im Bestand zählt dieser Ansatzpunkt: Effizienzverbesserung beginnt nicht immer mit einer baulichen Sanierung. Häufig senken bereits angepasste Heizkurven, optimierte Laufzeiten oder besser abgestimmte Regelungsparameter den Energieverbrauch deutlich. Auf Wunsch ermöglicht Immoconn auch eine Fernsteuerung, z. B. bei automatisierten Anpassungen des Anlagenbetriebs an Wettervorhersagen.

Für die Dekarbonisierung von Gebäuden bildet Betriebsoptimierung damit einen wichtigen Schritt. Mit Immoconn können Betreiber Verbräuche reduzieren, CO₂-Emissionen und Kosten senken sowie technische Maßnahmen fundierter planen. Das digitale Monitoring schafft dafür eine belastbare Datengrundlage für spätere Investitionen.

Energieeffizienzklasse verbessern: Warum der Verbrauch zählt

Mit der EU-Gebäuderichtlinie gewinnt auch der tatsächliche Verbrauch weiter an Bedeutung. Bedarfsausweise beruhen auf theoretischen Berechnungen zur Gebäudehülle und Technik. Verbrauchsausweise dagegen nutzen reale Verbrauchsdaten und zeigen dadurch stärker, wie ein Gebäude im Alltag genutzt und betrieben wird.

Bei Gebäuden der Klassen F oder G, die als Worst Performer besonders im Fokus stehen, kann die Verbesserung teilweise sogar bis zu zwei Klassen betragen. Für Bestandshalter hat das eine besondere strategische Bedeutung. Eine bessere Energieeffizienzklasse kann regulatorische Risiken verringern, die Wirtschaftlichkeit verbessern und die Priorisierung weiterer Maßnahmen erleichtern.

Christian König:

“Für Immobilienbetreiber ist es jetzt wichtig, belastbare Verbrauchs- und Betriebsdaten zu erheben, damit sie ihre Bestände gemäß der EPBD aktiv bewerten, priorisieren und optimieren können.”

Fazit: Erst Transparenz schaffen, dann gezielt investieren

Die EPBD setzt klare Ziele für Energieeffizienz und Dekarbonisierung von Gebäuden. Immobilienverantwortliche müssen ihre Bestände deshalb systematisch datenbasiert erfassen, bewerten und steuern. Wer Energieverbrauch, Anlagenzustände und technische Auffälligkeiten kennt, erkennt Risiken früher und priorisiert Maßnahmen gezielter. Transparenz wird damit zur Voraussetzung für wirtschaftliche Investitionsentscheidungen.

Häufig gestellte Fragen

Die EPBD ist die europäische Vorgabe: Sie definiert den Rahmen für mehr Energieeffizienz, Transparenz und die Dekarbonisierung von Gebäuden. Das GEG ist das zentrale deutsche Gesetz für energetische Anforderungen an Gebäude. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz, kurz GModG oder GMG, will Deutschland das GEG weiterentwickeln und Vorgaben der EU-Gebäuderichtlinie in nationales Recht übertragen. Der Gesetzenwurf wurde am 13. Mai 2026 vom Bundeskabinett beschlossen und muss nun im parlamentarischen Namen beraten werden.

Die überarbeitete EPBD ist seit dem 28. Mai 2024 in Kraft und muss bis zum 29. Mai 2026 in nationales Recht überführt werden. Seit dem 1. Januar 2025 dürfen Mitgliedstaaten keine finanziellen Anreize mehr für ausschließlich fossil betriebene Kessel setzen. Bis 2030 soll der Primärenergieverbrauch im Wohngebäudebestand deutlich sinken; bis 2033 rücken besonders ineffiziente Nichtwohngebäude stärker in den Fokus. Langfristig zielt die EU-Gebäuderichtlinie auf einen klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050.

Die Dekarbonisierung von Gebäuden spielt eine zentrale Rolle für die europäischen Klimaziele. Gebäude verursachen in der EU rund 40 Prozent des Endenergieverbrauchs und etwa 36 Prozent der energiebedingten Treibhausgasemissionen. 

Die EPBD erhöht deshalb den Druck, Energieverbrauch und CO₂-Emissionen im Bestand langfristig zu senken. Gleichzeitig steigen CO₂-Kosten und regulatorische Anforderungen für ineffiziente Gebäude.

Die EPBD stärkt den Fokus auf reale Energieverbräuche und Betriebseffizienz. 

Immobilienverantwortliche müssen Verbrauchsdaten systematisch erfassen, um ineffiziente Gebäude und technische Schwachstellen frühzeitig zu erkennen. Wer Heizungsanlagen, Verbräuche und Betriebsparameter transparent macht, kann Maßnahmen gezielter steuern und Energieeffizienz im Bestand aktiv verbessern.

Bereits ohne bauliche Sanierung können Betreiber den Energieverbrauch häufig deutlich senken. Optimierte Heizkurven, angepasste Vorlauftemperaturen oder effizientere Pumpenlaufzeiten reduzieren Energieverbrauch und CO₂-Emissionen oft spürbar. In vielen Gebäuden lassen sich mit Immoconn bis zu 20 Prozent Energie einsparen. Das verbessert die Energieeffizienzklasse und schafft eine bessere Grundlage für langfristige Dekarbonisierungsmaßnahmen.

Immoconn macht Heizungsbestände transparent und analysiert Betriebsdaten zentral. Die Plattform erfasst unter anderem Vorlauf- und Rücklauftemperaturen, Heizkurven, Pumpenlaufzeiten, Betriebszeiten und Verbrauchsentwicklungen. Dadurch erkennen Immobilienverantwortliche schneller, welche Gebäude ineffizient arbeiten und wo Optimierungspotenziale liegen. 

Immoconn unterstützt Betreiber dabei, Energieeffizienz im Bestand aktiv zu steuern, CO₂-Emissionen zu senken und die Dekarbonisierung von Gebäuden datenbasiert voranzutreiben.

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